Case

Keeping Customs moving

„Mit ihrem Port Community System ist Portbase für die Wirtschaft in vielen Fällen der zentrale Zugang, um Geschäfte im Hafen tätigen zu können. Von diesem zentralisierten Ansatz profitiert letztlich auch der Zoll.“- Peter van Buijtenen, Regionaldirektor Zoll Rotterdam Hafen


„In den Niederlanden machen wir es gemeinsam.“

Am liebsten stört der Zoll den logistischen Prozess so wenig wie möglich. Nach Ansicht von Jan Kamp und Peter van Buijtenen vom Zoll der Region Rotterdam Hafen gelingt dies nur, wenn gut zusammengearbeitet wird, zum Beispiel durch das frühzeitige Teilen von Daten. Portbase wird dabei eine wichtige Rolle zugeschrieben, als die zentrale Datahub des Rotterdamer Hafens.

Jan Kamp (links) war in den vergangenen vier Jahren Regionaldirektor des Zolls im Rotterdamer Hafen. Kürzlich wurde er von Peter van Buijtenen (rechts) abgelöst. Beide haben in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Funktionen beim Zoll ausgeübt und kennen daher alle Facetten des Zollberufs.

Der Brexit, die zunehmende Drogenkriminalität im Hafen, der Krieg in der Ukraine: Der Zoll im Rotterdamer Hafen sieht sich regelmäßig mit komplexen Herausforderungen konfrontiert. Wie wird damit umgegangen?

Peter van Buijtenen (PB): Solche Herausforderungen haben oft mehrere Dimensionen. Nehmen wir zum Beispiel den Brexit. Dafür mussten wir einen völlig neuen Arbeitsprozess einrichten. Außerdem mussten wir in kurzer Zeit fast tausend neue Mitarbeitende einstellen. Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und es entwickelt sich langsam zum Tagesgeschäft. Aber fertig sind wir noch lange nicht.

Jan Kamp (links) und Peter van Buijtenen (rechts)
Ehemaliger und aktueller Regionaldirektor Zoll Rotterdam Hafen

Copyright Fotos: Zoll Niederlande, Portbase

‘Es ist ziemlich einzigartig, wie wir im Hafen miteinander umgehen.’

Jan Kamp (JK): Mit dem Krieg in der Ukraine standen wir praktisch von einem Tag auf den anderen vor einer schwierigen Situation. Nicht alle Sanktionsmaßnahmen waren sofort klar, aber man will es natürlich direkt richtig machen. Aus einer inneren Motivation heraus tut man dann alles, um die Situation zu durchdringen und den logistischen Prozess so wenig wie möglich unnötig zu stören.

Was ist bei all diesen Herausforderungen der Schlüssel zum Erfolg?

JK: Worauf ich sehr stolz bin, ist, dass wir solche komplexen Aufgaben immer wieder meistern. Es hat zwar Blut, Schweiß und Tränen gekostet, aber während des Brexits ist der Hafen nie zum Stillstand gekommen. Wir haben es außerdem geschafft, den Brexit in die bestehende Organisation zu integrieren. Das war keineswegs einfach, denn es hat allen Beteiligten viel abverlangt. Ich denke daher, dass genau das der Schlüssel zum Erfolg ist: gemeinsam anpacken. So wie beim Brexit. Intern, indem die erfahrenen Mitarbeitenden die neuen Kolleginnen und Kollegen so gut wie möglich aufgenommen und eingearbeitet haben. Aber auch extern, mit der gebündelten Kraft aller beteiligten Akteure im Hafen.

PB: Das sehe ich genauso. Und auch heute sehe ich noch viele solcher Beispiele. Nehmen wir zum Beispiel den Ansatz zur Bekämpfung der Unterwanderung durch die organisierte Kriminalität. Diesen verfolgen wir bewusst hafenweit. Gemeinsam mit der Hafenpolizei, mit Deltalinqs als Vertreter der Hafenwirtschaft, mit der Gemeinde und natürlich auch mit Portbase, um nur einige zu nennen.

Zahlt sich die gesammelte Erfahrung inzwischen aus?

JK: Auf jeden Fall. Während die Zusammenarbeit früher manchmal etwas zögerlich begann, sieht man heute, dass wir uns ganz selbstverständlich finden. Es ist eine Art Automatismus geworden, weil wir inzwischen alle wissen, welchen Wert Zusammenarbeit hat.

Wenn es um Zusammenarbeit und ihre Ergebnisse geht, schauen andere Häfen manchmal mit einer gewissen Portion Neid auf die Niederlande. Erlebt ihr das auch so?

PB: Es ist wirklich einzigartig, wie wir im Hafen miteinander umgehen. Das sieht man nicht oft. Häufig gibt es eine Top-down-Struktur: Die Aufsichtsbehörde bestimmt und die Wirtschaft muss folgen. In den Niederlanden machen wir es gemeinsam und stimmen uns so weit wie möglich miteinander ab. So ist zum Beispiel auch das regelmäßige Überleg Douane Bedrijfsleven entstanden.

Zusammenarbeit zwischen dem Zoll und Portbase

Die Zusammenarbeit zwischen dem Zoll und Portbase wurde bereits kurz erwähnt. Wie würdet ihr diese Zusammenarbeit beschreiben?

PB: Portbase ist für uns natürlich eine besondere Organisation. Nicht vergleichbar mit zum Beispiel einem Terminal. Portbase ist schließlich kein Kunde des Zolls, eher ein Lieferant. Aber allein das Wort Lieferant würde Portbase nicht gerecht werden. Mit seinem Port Community System ist Portbase für Unternehmen in vielen Fällen das Tor, um Geschäfte im Hafen tätigen zu können. Von diesem zentralisierten Ansatz profitiert letztlich auch der Zoll.

JK: Am Flughafen Schiphol wollten wir einmal dasselbe System einrichten, aber es ist damals nicht gelungen. Zumindest nicht so, wie wir es mit Portbase geschafft haben. Das Port Community System wird von der Hafencommunity nicht als Zwang empfunden, sondern als Mehrwert. Auf freiwilliger Basis, nicht verpflichtend, liefern die Hafenakteure ihre Daten an Portbase. Nicht unbedingt aus eigenem Interesse, sondern im Interesse des gesamten Hafens. Das ist bemerkenswert und ein Kompliment an Portbase, die dies ermöglicht haben.

JK: Den Mehrwert von Portbase sah man zum Beispiel auch während des Brexits. Mit seinem bereits bestehenden Port Community System war Portbase als neutrale, nicht-kommerzielle und daher verlässliche Organisation im Rotterdamer Hafen in der Lage, eine passende Lösung für die gesamte Logistikkette zu entwickeln – in Abstimmung mit der Hafencommunity. Für mich ein Paradebeispiel dafür, was Portbase für den Hafen und damit auch für uns bedeuten kann.

Was kommt – im Kontext von Portbase und seinem Port Community System – noch auf den Zoll zu?

PB: Die Ambitionen im Bereich Datenmanagement sind ungebrochen hoch. Bei uns und auch bei anderen. So möchte die Europäische Union einen zentralen Datenhub einrichten (politische Entscheidungen dazu stehen noch aus). Dieser Datenhub soll aus Sicherheitsgründen entstehen, um stärker im Blick zu haben, welche Waren in die EU gelangen. Derzeit arbeitet Portbase an einem entsprechenden Maßnahmenplan für die niederländische Situation. Dies geschieht in Abstimmung mit der Vereinigung der Rotterdamer Schifffahrtsagenten und auch mit uns. Denn auch hier kommt man nur gemeinsam zur bestmöglichen Lösung.

JK: Aber es gibt noch viel mehr. So wollen wir zu einer hafenweiten Verwaltung für die temporäre Lagerung von Containern im Rotterdamer Hafen gelangen. Das ermöglicht eine bessere Aufsicht mit noch weniger Störungen im logistischen Prozess. Gemeinsam mit Portbase und anderen Hafenakteuren arbeiten wir derzeit intensiv daran.

Gibt es noch Wünsche?

JK: Natürlich, denn es geht immer noch besser. Einer unserer Schwerpunkte ist es, noch früher über entscheidende Logistikdaten zu verfügen. Damit wir noch präziser eingreifen können, und zwar nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Optimal wäre es, wenn wir über Echtzeit-Logistikdaten verfügen würden. Davon würden alle Parteien im Rotterdamer Hafen profitieren, weil wir die Zahl der Kontrollen weiter reduzieren könnten. Portbase sehen wir in diesem Zusammenhang als entscheidende Organisation. Aber Portbase trägt diese Verantwortung nicht allein. Auch das ist eine komplexe Aufgabe, die man nur gemeinsam meistern kann. Es beginnt und endet also immer mit Zusammenarbeit, das ist inzwischen mehr als deutlich.

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